Sie schließen Ihr Elektroauto zu Hause an und erwarten, dass es über Nacht lädt. Doch Stunden später ist der Batteriestand kaum gestiegen. Warum lädt Ihr E-Auto so langsam?

Die kurze Antwort: Langsames Laden von E-Autos zu Hause wird meist durch eine begrenzte Stromversorgung, einen niedrigen Ladestrom, fahrzeugseitige Ladebegrenzungen oder den Batteriezustand verursacht.

Ein Ladegerät, das mit 11 kW oder 22 kW beworben wird, garantiert nicht, dass Ihr Fahrzeug auch mit dieser Geschwindigkeit lädt. Die tatsächliche Ladeleistung hängt vom Zusammenspiel mehrerer Faktoren ab.

Hier sind sieben häufige Gründe, warum Ihr Elektroauto möglicherweise langsamer lädt als erwartet – und was Sie dagegen tun können.

1. Sie laden an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose

Einer der häufigsten Gründe für langsames Laden ist die Verwendung einer normalen Haushaltssteckdose anstelle eines dedizierten Ladeanschlusses.

In vielen europäischen Ländern arbeiten Schuko-Steckdosen mit ca. 230 V. Die Ladeleistung hängt dabei vom bereitgestellten Strom ab.

Ladestrom Ungefähre Leistung
6 A 1,38 kW
8 A 1,84 kW
10 A 2,30 kW
16 A 3,68 kW

Beispielsweise dauert es bei 10 A mindestens 8,7 Stunden, um Ihrer Batterie 20 kWh zuzuführen – Ladeverluste noch gar nicht mitgerechnet.

Eine Haushaltssteckdose mag für gelegentliches Laden praktisch sein, ist aber als dauerhafte Ladelösung in der Regel ungeeignet.

Was Sie prüfen sollten: Stellen Sie sicher, dass die Steckdose und die Elektroinstallation für das Laden von E-Autos geeignet sind. Erhöhen Sie niemals einfach den Strom, um schneller zu laden, ohne die Kapazität des Stromkreises zu prüfen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Sicherheitsleitfaden zum Laden an Schuko-Steckdosen.

2. Ihr mobiles E-Auto-Ladegerät ist auf einen niedrigen Strom eingestellt

Viele mobile E-Auto-Ladegeräte ermöglichen die Anpassung des Ladestroms.

Ihr Ladegerät unterstützt beispielsweise Einstellungen wie 6 A, 8 A, 10 A, 13 A und 16 A. Ist es auf 6 A eingestellt, lädt es bei gleicher Spannung deutlich langsamer als bei 10 A.

Einige Fahrzeuge haben zudem eigene Ladestrombegrenzungen in ihrem Infotainmentsystem oder in der mobilen App.

Was Sie prüfen sollten:

  • Überprüfen Sie den Stromwert, der auf Ihrem mobilen Ladegerät angezeigt wird.

  • Prüfen Sie die Ladeeinstellungen in Ihrem Fahrzeug.

  • Bestätigen Sie den maximal zulässigen Strom für Ihre Elektroinstallation.

Erhöhen Sie den Strom nur, wenn Steckdose, Verkabelung, Ladeausrüstung und Fahrzeug die höhere Einstellung unterstützen.

Eine detaillierte Erklärung finden Sie in unserem Leitfaden zum einstellbaren Ladestrom.

3. Der On-Board-Lader Ihres Elektroautos hat eine Leistungsgrenze

Ein wichtiger Faktor wird oft übersehen: Ihr Fahrzeug steuert, wie viel AC-Ladeleistung es aufnehmen kann.

Elektroautos verfügen über ein On-Board-Ladegerät, das Wechselstrom (AC) für die Batterie in Gleichstrom (DC) umwandelt.

Je nach Modell kann ein E-Auto ca. 3,7 kW, 7,4 kW, 11 kW oder 22 kW AC-Ladeleistung unterstützen.

Wenn Ihr Fahrzeug z. B. maximal 11 kW AC-Laden unterstützt, wird es an einer 22-kW-Wallbox nicht schneller als mit 11 kW laden.

Das Fahrzeug kann nur Strom innerhalb seiner eigenen Ladebegrenzungen aufnehmen.

Was Sie prüfen sollten: Schlagen Sie die maximale AC-Ladeleistung in den technischen Daten Ihres Fahrzeugs nach. Beachten Sie, dass die Werte für DC-Schnellladen nicht mit denen für das AC-Laden zu Hause identisch sind.

4. Ihre Hausinstallation begrenzt die Ladeleistung

Nicht alle europäischen Haushalte verfügen über dieselbe Elektroinfrastruktur.

Einige Ladeanschlüsse sind einphasig, während andere Drehstrom (dreiphasig) bereitstellen.

Dies kann einen erheblichen Unterschied in der Ladeleistung ausmachen.

3,7 kW vs. 7,4 kW vs. 11 kW vs. 22 kW

Ladeleistung Typische Elektrokonfiguration
3,7 kW Einphasig, 230 V / 16 A
7,4 kW Einphasig, 230 V / 32 A
11 kW Dreiphasig, 400 V / 16 A
22 kW Dreiphasig, 400 V / 32 A

Dies sind Nennleistungswerte. Die tatsächliche Leistung hängt vom Fahrzeug und der Installation ab.

In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern kann einphasiges Laden zudem Einschränkungen unterliegen, um eine übermäßige Schieflast zu vermeiden.

Selbst wenn ein Ladegerät 7,4 kW unterstützt, kann es sein, dass Ihre lokale Elektroinstallation diese Leistung auf einer Phase nicht zulässt.

Was Sie prüfen sollten: Fragen Sie einen qualifizierten Elektriker, ob Ihr Zuhause die beabsichtigte Ladelast unterstützt und ob ein geeigneter dedizierter Ladeanschluss vorhanden ist.

5. Kaltes Wetter beeinflusst Ihre Batterie

Elektroautobatterien arbeiten in bestimmten Temperaturbereichen am effizientesten.

Im Winter kann das Batteriemanagementsystem die Ladeleistung begrenzen, um die Batterie bei Kälte zu schützen.

Ein Teil der Energie kann auch verwendet werden, um die Batterie vor oder während des Ladevorgangs aufzuwärmen.

Infolgedessen kann die im Akku gespeicherte Energiemenge langsamer ansteigen als erwartet.

Dieser Effekt ist beim DC-Schnellladen besonders deutlich, aber temperaturbedingtes Batteriemanagement und Heizprozesse können auch das AC-Laden zu Hause beeinflussen.

Was Sie prüfen sollten: Beachten Sie die Winter-Ladeempfehlungen Ihres Fahrzeugs. Falls unterstützt, nutzen Sie die Vorbereitungs- oder Zeitplanungsfunktionen für das Laden des Herstellers.

Gehen Sie nicht davon aus, dass eine reduzierte Ladegeschwindigkeit bei kaltem Wetter bedeutet, dass Ihr mobiles Ladegerät defekt ist.

6. Ihr E-Auto hat einen hohen Batterieladestand erreicht

Die Ladegeschwindigkeit kann sich ändern, wenn sich die Batterie ihrem gewählten Ladelimit nähert.

Viele Fahrer bemerken, dass der Ladevorgang bei einem hohen Ladestand verlangsamt wird.

Dieser Effekt ist besonders bei DC-Schnellladungen ausgeprägt. Beim AC-Laden zu Hause variiert der Einfluss je nach Fahrzeug und Batteriemanagementsystem.

Ihr Fahrzeug beendet den Ladevorgang möglicherweise auch komplett, sobald ein voreingestelltes Limit (z. B. 80 % oder 90 %) erreicht ist.

Was Sie prüfen sollten:

  • Prüfen Sie den Batterieprozentsatz.

  • Überprüfen Sie das Ladelimit des Fahrzeugs.

  • Stellen Sie fest, ob ein Ladezeitplan aktiv ist.

Wenn Ihr Auto wiederholt bei demselben Batteriestand stoppt, folgt es wahrscheinlich nur einer Einstellung und liegt kein Fehler vor.

7. Ihre Ladeausrüstung reduziert die Leistung aus Sicherheitsgründen

Manche E-Auto-Ladegeräte können den Ladevorgang reduzieren oder unterbrechen, wenn anormale Betriebsbedingungen erkannt werden.

Mögliche Ursachen sind:

  • Überhöhte Temperaturen

  • Instabile Stromversorgung

  • Schlechte elektrische Verbindungen

  • Schutzeinstellungen von Fahrzeug oder Ladegerät

  • Defekte an der Ladeausrüstung

Beispielsweise kann ein mobiles Ladegerät mit Temperaturüberwachung auf übermäßige Hitze an einem überwachten Punkt reagieren.

Dieses Schutzverhalten sollte nicht umgangen werden.

Was Sie prüfen sollten: Prüfen Sie Fehlermeldungen auf dem Display des Ladegeräts oder des Fahrzeugs. Wenn Stecker, Steckdose oder Kabel ungewöhnlich heiß, beschädigt oder verfärbt sind, beenden Sie den Ladevorgang und lassen Sie eine Überprüfung durchführen.

Versuchen Sie niemals, die Ladegeschwindigkeit durch Umgehen von Sicherheitssystemen zu erhöhen.

Wie können Sie die Ladegeschwindigkeit Ihres E-Autos zu Hause verbessern?

Wenn Ihr Elektroauto regelmäßig langsamer lädt, als Sie es benötigen, identifizieren Sie zunächst die tatsächliche Einschränkung.

Ein nützlicher erster Schritt ist der Vergleich der maximalen AC-Ladeleistung Ihres Fahrzeugs mit den Möglichkeiten Ihres Hausanschlusses und Ihrer Ladeausrüstung.

Wählen Sie die richtige Ladelösung

Für europäische Fahrer gibt es gängige Optionen:

Mobiles Schuko-Laden: Geeignet für gelegentliches Laden, sofern die Haushaltssteckdose und die Elektroinstallation als geeignet bestätigt wurden.

Mobiles CEE-Laden: Ein korrekt installierter CEE-Anschluss kann mit kompatibler Ladeausrüstung höhere Dauerlasten unterstützen.

Dediziertes Wallbox-Laden: Oft die komfortabelste Lösung für regelmäßiges Laden zu Hause, vorausgesetzt, sie wird professionell installiert und ist auf Fahrzeug und Stromversorgung abgestimmt.

Für Fahrer mit einem geeigneten Drehstromanschluss (dreiphasig) und einem E-Auto, das 11 kW AC-Laden unterstützt, kann eine EVDANCE 11 kW CEE mobiles E-Auto-Ladegerät eine praktische Option sein.

Es unterstützt einen kompatiblen 400-V-Drehstrom-CEE-16-A-Anschluss, einstellbaren Ladestrom und eine Ladeanzeige in Echtzeit.

Der Austausch des Ladegeräts allein behebt jedoch nicht die Leistungsgrenzen Ihres Fahrzeugs oder Ihrer Elektroinstallation.

Sie können auch die EVDANCE CEE E-Auto-Ladegeräte-Kollektion erkunden, um kompatible Ladeoptionen zu vergleichen.

Häufig gestellte Fragen

Warum lädt mein E-Auto nur mit 2,3 kW?

Eine Ladeleistung von ca. 2,3 kW entspricht typischerweise 230 V bei 10 A. Ihr mobiles Ladegerät, die Fahrzeugeinstellungen oder die verfügbare Stromversorgung könnten den Strom begrenzen.

Warum liefert mein 11-kW-Ladegerät nur 3,7 kW?

Mögliche Gründe sind ein einphasiger Anschluss, fahrzeugseitige AC-Ladebegrenzungen oder reduzierte Stromeinstellungen. Ein dreiphasiges 11-kW-Ladegerät erfordert eine passende Drehstromversorgung und ein kompatibles Fahrzeug, um die Nennleistung zu erreichen.

Lädt ein 22-kW-Ladegerät mein Auto schneller als ein 11-kW-Ladegerät?

Nur, wenn Ihr Fahrzeug, Ihre Elektroinstallation und Ihre Ladekonfiguration mehr als 11 kW AC-Laden unterstützen. Andernfalls bietet ein 22-kW-Ladegerät möglicherweise keinen Geschwindigkeitsvorteil.

Verlangsamt kaltes Wetter das Laden von E-Autos zu Hause?

Ja, das kann vorkommen. Kalte Batterietemperaturen und Heizbedarf der Batterie können die Ladeleistung beeinflussen. Der Effekt variiert je nach Fahrzeug und ist bei DC-Schnellladungen meist ausgeprägter.

Abschließende Gedanken

Wenn Ihr Elektroauto zu Hause langsam lädt, liegt das Problem nicht zwangsläufig an Ihrem E-Auto-Ladegerät.

Die tatsächliche Ladegeschwindigkeit wird durch Ihre Stromversorgung, die Ladeausrüstung, den On-Board-Lader des Fahrzeugs und den Batteriezustand bestimmt.

Bevor Sie ein schnelleres Ladegerät kaufen, identifizieren Sie, welcher Faktor Ihr aktuelles Setup begrenzt.

Die beste Ladelösung für zu Hause ist nicht immer die mit der höchsten beworbenen Leistung – es ist diejenige, die sicher zu Ihrem Fahrzeug und Ihrer Elektroinstallation passt.


Quellen und weiterführende Literatur

Haftungsausschluss: Die Ladeleistung variiert je nach Fahrzeug, Installation und Umgebungsbedingungen. Konsultieren Sie Ihren Fahrzeughersteller und einen qualifizierten Elektriker, bevor Sie Elektroinstallationen oder Ladeausrüstung ändern.

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