Ein 6-mA-DC-Fehlerstromschutz erkennt glatte Gleichfehlerströme beim AC-Laden eines Elektroautos. Erreicht der gemessene Wert den festgelegten Schwellenwert, kann das Ladegerät den Ladevorgang unterbrechen, bevor der DC-Anteil die vorgeschaltete Schutztechnik beeinträchtigt.

Die Angabe 6 mA beschreibt einen Schutzschwellenwert. Sie bezeichnet weder den Ladestrom noch die Ladeleistung und muss beim normalen Laden nicht eingestellt werden.


Was ist ein DC-Fehlerstrom?

Der Strom sollte innerhalb des vorgesehenen Stromkreises zwischen Netzanschluss, Ladegerät und Fahrzeug fließen. Bei einem elektrischen Fehler kann ein kleiner Teil davon einen anderen Weg nehmen. Dieser Anteil wird als Fehlerstrom bezeichnet.

Elektroautos enthalten Leistungselektronik, die den Strom steuert und umwandelt. Tritt dort ein Fehler auf, kann der entstehende Fehlerstrom einen glatten Gleichstromanteil enthalten.

Die 6-mA-DC-Erkennung überwacht genau diesen Anteil. Wird der festgelegte Wert erreicht, kann das Ladegerät den Ladevorgang stoppen oder die Stromversorgung unterbrechen.


Warum ist eine 6-mA-DC-Erkennung erforderlich?

Der Stromkreis, der eine Wallbox oder ein mobiles Ladegerät versorgt, ist normalerweise durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung geschützt. Sie wird als RCD oder umgangssprachlich als FI-Schalter bezeichnet.

Ein häufig verwendeter RCD Typ A ist dafür ausgelegt, Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme zu erkennen. Ein zu hoher glatter Gleichfehlerstrom kann jedoch seine korrekte Funktion beeinträchtigen.

Die Erkennung bei 6 mA ermöglicht es dem Ladegerät, frühzeitig zu reagieren. So kann verhindert werden, dass der DC-Anteil die Funktion des vorgeschalteten RCD Typ A beeinflusst. Deshalb wird die 6-mA-DC-Erkennung in den technischen Daten vieler EV-Ladegeräte ausdrücklich aufgeführt.


Verschiedene Schutzfunktionen erfüllen verschiedene Aufgaben

Ein EV-Ladegerät kann mehrere Schutzfunktionen besitzen. Sie reagieren jedoch nicht alle auf denselben Fehler.

Schutzfunktion Überwacht
6-mA-DC-Schutz Glatte Gleichfehlerströme
AC-Fehlerstromschutz Wechselfehlerströme
Überstromschutz Zu hohen Strom
Überspannungsschutz Zu hohe Spannung
Übertemperaturschutz Zu hohe Temperatur
Kurzschlussschutz Plötzlich auftretende hohe Fehlerströme

Wenn eine 11-kW mobile Wallbox mit App über AC-Fehlerstromüberwachung, 6-mA-DC-Schutz, Überstrom-, Überspannungs- und Überhitzungsschutz verfügt, reagiert jede dieser Funktionen auf eine andere Störung während des Ladens.

Der 6-mA-DC-Schutz ersetzt die anderen Schutzfunktionen nicht. Seine Aufgabe besteht speziell darin, glatte Gleichfehlerströme zu erkennen.


Geräteschutz und Schutz des Stromkreises arbeiten zusammen

Die integrierte 6-mA-DC-Erkennung überwacht den Ladevorgang direkt im Ladegerät. Wird der entsprechende Schwellenwert erreicht, kann das Gerät die Ladung unterbrechen, ohne dass der vorgeschaltete RCD diesen Gleichstromanteil selbst erkennen muss.

Der Stromkreis verfügt weiterhin über eigene Schutzeinrichtungen für Steckdose, Leitungen und Stromversorgung. Der Schutz im Ladegerät und der Schutz der Elektroinstallation übernehmen daher unterschiedliche Aufgaben.

Welche Absicherung erforderlich ist, hängt vom Ladegerät, der vorhandenen Elektroinstallation und den örtlichen Vorgaben ab. Bei der Installation einer neuen CEE-Steckdose oder einer fest montierten Wallbox sollte eine Elektrofachkraft die Anforderungen der Bedienungsanleitung berücksichtigen.


Was passiert, wenn der Schutz auslöst?

Erkennt das Ladegerät einen entsprechenden Fehlerstrom, kann es den Ladevorgang stoppen und einen Fehlercode oder Warnhinweis anzeigen. Die genaue Reaktion hängt vom jeweiligen Modell ab.

Prüfen Sie zunächst das Display oder die App und folgen Sie den Hinweisen in der Bedienungsanleitung. Verschwindet die Meldung nach dem dort beschriebenen Neustart, kann eine vorübergehende Störung vorgelegen haben.

Tritt derselbe Fehler erneut auf, sollte die Verbindung nicht weiter verwendet und von einer Elektrofachkraft geprüft werden. Der Ladevorgang sollte nicht wiederholt neu gestartet und die Schutzfunktion nicht umgangen werden.


So lesen Sie die technischen Angaben

In Produktbeschreibungen können unterschiedliche Bezeichnungen verwendet werden:

  • 6-mA-DC-Schutz
  • DC-Fehlerstromerkennung
  • DC-Leckstromerkennung
  • Typ A + 6-mA-DC-Schutz

Diese Angaben bedeuten, dass das Ladegerät einen Gleichstromanteil während des AC-Ladens überwachen kann. Sie dürfen nicht mit dem einstellbaren Ladestrom von beispielsweise 6 A, 8 A, 10 A oder 16 A verwechselt werden.

Prüfen Sie außerdem, ob der AC-Fehlerstromschutz separat aufgeführt wird und wie das Ladegerät einen Fehler meldet. Ein Display oder eine App kann dabei helfen zu erkennen, ob der Ladevorgang aufgrund einer Schutzabschaltung, einer Ladeplanung oder eines anderen Betriebszustands beendet wurde.

Warum ist diese Angabe wichtig?

Der 6-mA-DC-Schutz ist für eine bestimmte elektrische Fehlerart beim Laden von Elektroautos vorgesehen. Er trägt dazu bei, dass glatte Gleichfehlerströme die vorgesehene Funktion der vorgeschalteten Schutztechnik nicht beeinträchtigen.

Er ist Teil eines umfassenderen Schutzkonzepts, zu dem auch AC-Fehlerstrom-, Überstrom-, Überspannungs- und Temperaturschutz gehören können. Deshalb sind konkrete Angaben zu den einzelnen Schutzfunktionen aussagekräftiger als ein allgemeiner Hinweis auf „mehrfache Sicherheitsfunktionen“.

Weitere Lektüre: Mobile Wallbox 11 kW: Laden über CEE 16 A

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