WLAN verbindet eine Wallbox mit dem Netzwerk und ermöglicht kompatible App-Funktionen. Bluetooth stellt eine Verbindung zum Smartphone in der Nähe her, während RFID kontrolliert, wer einen Ladevorgang freigeben darf. Keine dieser Funktionen erhöht die maximale Ladeleistung der Wallbox.

Nicht jeder Fahrer benötigt alle drei Funktionen. Entscheidend ist, ob die Wallbox in einer privaten Garage, an einem frei zugänglichen Stellplatz oder von mehreren Personen genutzt wird.

WLAN ermöglicht vernetzte App-Funktionen

Eine Wallbox mit WLAN verbindet sich mit einem kompatiblen Funknetzwerk. Abhängig von Modell und App lassen sich damit beispielsweise der Ladestatus prüfen, Ladezeiten planen oder Ladevorgänge verwalten.

Das ist besonders praktisch, wenn sich die Wallbox außerhalb des Hauses oder in einer separaten Garage befindet. Der Fahrer kann kontrollieren, ob der Ladevorgang begonnen hat, ohne erneut zum Fahrzeug gehen zu müssen.

WLAN stellt die Verbindung zu netzwerkbasierten App-Funktionen her. Welche Funktionen ohne Internetzugang verfügbar bleiben, hängt von der jeweiligen Wallbox und ihrer Software ab.


Bluetooth dient der Verbindung in der Nähe

Bluetooth stellt eine direkte Funkverbindung zwischen der Wallbox und einem Smartphone in der Nähe her. Die Technik wird häufig bei der ersten Einrichtung, beim Koppeln des Geräts oder für die lokale Bedienung über die App verwendet.

Im Unterschied zu WLAN ermöglicht Bluetooth normalerweise keinen Fernzugriff von einem anderen Standort. Das Smartphone muss sich innerhalb der unterstützten Reichweite befinden.

Bluetooth kann hilfreich sein, wenn die WLAN-Abdeckung in der Garage schwach ist. Welche Einstellungen über Bluetooth erreichbar sind, unterscheidet sich jedoch je nach Modell und App.


RFID kontrolliert den Zugang zur Wallbox

Mit RFID kann ein Ladevorgang über eine registrierte Karte oder einen passenden Chip freigegeben werden. Dazu wird die Karte kurz an das RFID-Lesefeld der Wallbox gehalten.

Diese Funktion eignet sich besonders für Gemeinschaftsstellplätze, Mehrfamilienhäuser oder Arbeitsplätze. Bei aktivierter Zugangskontrolle können nur Personen mit einer registrierten RFID-Karte einen Ladevorgang starten.

RFID ist eine Zugangsfunktion und keine Internetverbindung. Die Technik ersetzt weder WLAN noch Bluetooth und verändert auch nicht die Ladegeschwindigkeit.

Eine RFID-Karte für eine private Wallbox ist außerdem nicht automatisch mit einer öffentlichen Ladekarte gleichzusetzen. Öffentliche Ladekarten können mit einem Betreiberkonto und einer Abrechnung verbunden sein. Bei einer privaten Wallbox dient RFID in erster Linie der lokalen Ladefreigabe.


Die drei Funktionen können zusammenarbeiten

WLAN, Bluetooth und RFID sind keine unterschiedlichen Varianten derselben Funktion. Sie können in einer Wallbox kombiniert werden, weil sie jeweils eine andere Aufgabe übernehmen.

An einem kleinen Firmenstandort kann WLAN beispielsweise den Ladestatus an die App übermitteln. Bluetooth hilft bei der Einrichtung direkt an der Wallbox, während RFID-Karten festlegen, welche Mitarbeiter den Ladepunkt nutzen dürfen.

Für ein solches Nutzungsszenario kombiniert die EVDANCE 11 kW Typ-2-Wallbox mit WLAN, Bluetooth und RFID alle drei Funktionen. Sie unterstützt 2,4-GHz-WLAN und Bluetooth 5.2; außerdem gehören drei RFID-Karten zum Lieferumfang.

Die Wallbox wird an eine passende dreiphasige 400-V-CEE-Steckdose mit 16 A angeschlossen und bietet bis zu 11 kW, sofern das Fahrzeug und die vorhandene Stromversorgung diese Leistung unterstützen.

Eine private Wallbox benötigt nicht jede Funktion

Bei einer Wallbox in einer abgeschlossenen Privatgarage bietet RFID möglicherweise nur einen geringen Zusatznutzen, wenn ausschließlich ein Haushalt den Ladepunkt verwendet. WLAN oder Bluetooth können wichtiger sein, wenn Ladezeiten eingestellt oder Ladevorgänge über eine App kontrolliert werden sollen.

RFID wird interessanter, sobald die Wallbox für andere Bewohner, Besucher oder Mitarbeiter erreichbar ist. Berechtigte Nutzer können jeweils eine eigene Karte erhalten, anstatt gemeinsame Zugangsdaten für eine App zu verwenden.

Wer lediglich eine unkomplizierte Plug-and-Charge-Lösung sucht, benötigt möglicherweise keine regelmäßige App-Steuerung. Die Funktionen sollten zum tatsächlichen Ladealltag passen und nicht nur nach der Länge der Ausstattungsliste ausgewählt werden.


Die genaue Umsetzung sollte vor dem Kauf geprüft werden

Hersteller setzen WLAN, Bluetooth und RFID nicht immer auf dieselbe Weise um. Vor der Auswahl einer Wallbox sollten deshalb folgende Fragen geklärt werden:

  • Ermöglicht die App einen echten Fernzugriff oder nur die Bedienung in der Nähe?

  • Welche Funktionen bleiben ohne Internetverbindung verfügbar?

  • Kann die RFID-Freigabe ein- und ausgeschaltet werden?

  • Wie viele RFID-Karten lassen sich registrieren?

  • Werden Ladepläne in der Wallbox oder ausschließlich in der App gespeichert?

Zusätzlich sollten das Betriebssystem des Smartphones, die unterstützte WLAN-Frequenz und die Anforderungen der App geprüft werden. Bei schwachem WLAN-Empfang in der Garage kann trotz WLAN-fähiger Wallbox eine bessere Netzabdeckung erforderlich sein.

WLAN eignet sich für vernetzte App-Funktionen, Bluetooth für die Kommunikation in der Nähe und RFID für die Zugangskontrolle. Die Ladeleistung muss getrennt betrachtet werden, da sie von der Wallbox, dem Stromanschluss und dem Onboard-Lader des Fahrzeugs abhängt.

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