Neue Fabrik stärkt Elektromobilitätsstrategie des Konzerns
Der Automobilhersteller Škoda baut seine Rolle innerhalb der Elektrifizierungsstrategie des Volkswagen-Konzerns weiter aus. Am Hauptstandort im tschechischen Mladá Boleslav wurde eine neue Produktionsanlage für Batteriesysteme in Betrieb genommen. Mit der Investition von rund 205 Millionen Euro erweitert das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten erheblich und übernimmt künftig eine zentrale Rolle bei der Versorgung elektrischer Fahrzeuge innerhalb des Konzerns.
Die Anlage soll nicht nur die Produktion von Batteriesystemen für vollelektrische Fahrzeuge sichern, sondern auch die europäische Wertschöpfung im Bereich Batterietechnologie stärken. Nach Angaben des Unternehmens wird der Standort damit zum größten Hersteller von BEV-Batteriesystemen innerhalb der Volkswagen-Gruppe. Dieser Schritt gilt als wichtiger Teil der langfristigen Strategie, mehr Schlüsselkomponenten der Elektromobilität in Europa zu produzieren.

Hohe Produktionskapazität durch moderne Fertigungsanlage
Die neue Montagehalle wurde in relativ kurzer Zeit errichtet. Innerhalb von weniger als zwölf Monaten entstand ein Produktionsgebäude mit einer Fläche von etwa 55.000 Quadratmetern. Dort werden künftig Batteriesysteme für mehrere Elektrofahrzeuge der sogenannten Brand Group Core des Volkswagen-Konzerns gefertigt, zu der neben Škoda auch Marken wie Volkswagen und Seat gehören.
Die Produktionslinie ist auf eine besonders hohe Taktzahl ausgelegt. Nach Angaben des Herstellers kann etwa alle 60 Sekunden ein vollständiges Batteriesystem montiert werden. Daraus ergibt sich eine theoretische Tagesleistung von mehr als 1.100 Einheiten. Auf das gesamte Jahr gerechnet entspricht das einer möglichen Produktion von bis zu 335.000 Batteriesystemen.
Mit dieser Kapazität wird das Werk zu einem wichtigen Baustein der europäischen Batterieproduktion innerhalb des Konzerns. Gleichzeitig verringert eine stärkere regionale Fertigung die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten, die in den vergangenen Jahren immer wieder unter Druck geraten sind.
Neue Batterietechnologie soll Kosten und Komplexität reduzieren
Eine besondere Rolle spielt dabei die Einführung der sogenannten Cell-to-Pack-Technologie. Das Werk in Mladá Boleslav ist laut Volkswagen-Konzern der erste europäische Standort, an dem Batteriesysteme dieser Bauart produziert werden.
Bei diesem Ansatz werden die einzelnen Batteriezellen direkt in das Batteriegehäuse integriert, ohne zuvor in separate Module zusammengefasst zu werden. Durch diesen vereinfachten Aufbau lassen sich Produktionsprozesse effizienter gestalten und einzelne Komponenten einsparen.
Darüber hinaus setzt Škoda bei den neuen Batteriesystemen auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP). Diese Batterietechnologie gilt als kostengünstiger und stabiler als viele nickelbasierte Alternativen. Gleichzeitig erlaubt sie eine hohe Lebensdauer und eignet sich besonders für Fahrzeuge im Volumen- oder Einstiegssegment.
Nach Angaben des Herstellers könnten durch die Kombination aus standardisierten Zellen und der neuen Bauweise die Produktionskosten im Vergleich zu bisherigen MEB-Batterien um etwa 30 Prozent reduziert werden. Solche Einsparungen gelten als entscheidend, um Elektrofahrzeuge langfristig zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können.
Ausbau der Elektrofahrzeugpalette geplant
Parallel zum Ausbau der Batteriefertigung treibt Škoda auch die Entwicklung neuer Elektrofahrzeuge voran. Der Hersteller meldete bereits für 2025 einen deutlichen Anstieg der Auslieferungen vollelektrischer Modelle. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der ausgelieferten BEVs laut Unternehmensangaben mehr als verdoppelt.
Um dieses Wachstum fortzusetzen, plant das Unternehmen zusätzliche Modelle für die kommenden Jahre. Bereits 2026 sollen neue Fahrzeuge das bestehende Portfolio erweitern.
Ein wichtiger Baustein ist dabei der kompakte Škoda Epiq, der vor allem im preisgünstigen Segment positioniert werden soll. Das Modell richtet sich an Käufer, die ein erschwingliches Elektroauto für den Alltag suchen.
Darüber hinaus arbeitet Škoda an einem größeren Elektrofahrzeug mit dem Namen Škoda Peaq, das in einer höheren Fahrzeugklasse angesiedelt sein soll. Mit diesen beiden Modellen will der Hersteller sowohl neue Kundengruppen erreichen als auch seine Präsenz im wachsenden europäischen Markt für Elektroautos stärken.
Bedeutung für den Volkswagen-Konzern
Die neue Batterieproduktion unterstreicht die wachsende Rolle von Škoda innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Während viele Fahrzeugkomponenten bislang von externen Lieferanten stammen, investiert der Konzern zunehmend in eigene Produktionskapazitäten für zentrale Technologien der Elektromobilität.
Die Fertigung von Batteriesystemen gilt dabei als strategisch besonders wichtig. Sie entscheidet nicht nur über Kostenstrukturen, sondern auch über Reichweite, Ladeleistung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Elektrofahrzeugen.
Mit dem Ausbau des Standorts Mladá Boleslav stärkt der Konzern daher seine europäische Produktionsbasis und reduziert zugleich mögliche Risiken durch globale Lieferketten.

Elektromobilität bleibt zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie
Die Investition zeigt, dass der Volkswagen-Konzern trotz schwankender Nachfrage weiterhin stark auf Elektromobilität setzt. Neue Batterietechnologien, größere Produktionskapazitäten und zusätzliche Fahrzeugmodelle sollen dazu beitragen, die Transformation der Marke langfristig voranzutreiben.
Für Škoda bedeutet die neue Anlage nicht nur eine Erweiterung der Produktionskapazitäten, sondern auch eine strategische Position innerhalb der elektrischen Zukunft des Konzerns.
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