Weltweiter Markt zeigt deutliche regionale Unterschiede

Neue Daten des Analyseunternehmens Benchmark Mineral Intelligence zeigen, dass weltweit im Februar 2026 rund 1,1 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft wurden. Obwohl diese Zahl weiterhin auf ein hohes Niveau der Elektromobilität hinweist, entwickeln sich die einzelnen Regionen zunehmend unterschiedlich.

Im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres lagen die Verkäufe etwa 11 % niedriger. Auch gegenüber Januar fiel das Ergebnis um 11 % geringer aus. Betrachtet man die ersten beiden Monate des Jahres, summieren sich die globalen Verkäufe auf 2,2 Millionen Fahrzeuge, was einem Rückgang von 8 % gegenüber Januar–Februar 2025 entspricht.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich der weltweite EV-Markt stärker als früher in regionale Trends aufteilt.

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Überblick über die weltweiten Verkaufszahlen

Die Entwicklung von Januar bis Februar 2026 zeigt klare Unterschiede zwischen den großen Märkten:

  • Global: 2,2 Millionen Fahrzeuge (−8 %)

  • China: 1,1 Millionen (−26 %)

  • Europa: 0,6 Millionen (+21 %)

  • Nordamerika: 0,17 Millionen (−36 %)

  • Rest der Welt: 0,37 Millionen (+84 %)

Während Europa aktuell das stärkste Wachstum verzeichnet, verlangsamt sich der Absatz in Nordamerika deutlich. China hingegen befindet sich in einer Phase politischer Anpassungen, die den Markt kurzfristig beeinflussen.


Europa entwickelt sich zum Wachstumstreiber

Innerhalb Europas zeigt der Markt weiterhin positive Dynamik. Die Verkäufe von Elektroautos lagen im Februar 1 % höher als im Vormonat, und seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 21 %.

Besonders Deutschland und Frankreich tragen zu dieser Entwicklung bei.

In Deutschland stiegen die EV-Verkäufe seit Jahresbeginn um 26 %, nachdem Anfang 2026 ein neues Förderprogramm eingeführt wurde. Auch Frankreich profitiert von staatlicher Unterstützung: Dort liegen die Verkaufszahlen bisher 30 % über dem Vorjahr.

Ein weiteres Beispiel für starkes Wachstum ist Italien. Dort erreichten Elektroautos im Februar ein neues Rekordniveau. Gegenüber Januar legten die Verkäufe um 23 % zu, wodurch der italienische Markt insgesamt 98 % höher als im Vorjahreszeitraum liegt.

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist ein Förderprogramm, das die italienische Regierung im Oktober 2025 gestartet hat. Finanziert wird es teilweise über die EU-Recovery-and-Resilience-Initiative. Haushalte können dabei Zuschüsse von bis zu 11.000 € erhalten, während kleine Unternehmen Förderungen von bis zu 20.000 € beantragen können.


Nordamerika verliert deutlich an Dynamik

Ganz anders stellt sich die Situation in Nordamerika dar. Zwar wuchsen die Verkäufe im Februar im Vergleich zum Januar um 8 %, doch im Jahresvergleich zeigt sich ein starker Rückgang.

In den ersten zwei Monaten des Jahres liegt der Markt 36 % unter dem Vorjahresniveau. Ein Großteil dieses Rückgangs entfällt auf die USA.

Mehrere große Hersteller melden deutliche Einbrüche bei batteriebetriebenen Fahrzeugen. Die Verkäufe von Elektroautos bei Ford sind bislang um 70 % gesunken, während Honda einen Rückgang von 81 % verzeichnet. Auch Kia meldet ein Minus von 52 %.

Diese Entwicklung wirkt sich inzwischen auch auf die Zulieferindustrie aus. Der Batteriehersteller SK On hat beispielsweise 37 % der Belegschaft in seinem Werk im US-Bundesstaat Georgia entlassen.

Auch Kanada erlebt einen Abschwung. Dort liegen die EV-Verkäufe bislang 23 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Um die Nachfrage wieder anzukurbeln, plant die kanadische Regierung neue Maßnahmen. Dazu gehört eine Vereinbarung mit China, die den Import chinesischer Elektroautos erleichtert. Für bestimmte Fahrzeuge gilt künftig ein reduzierter Zollsatz von 6,1 %.

Ab 1. März können Unternehmen entsprechende Importgenehmigungen beantragen. Insgesamt sollen bis zu 24.500 Genehmigungen vergeben werden, wobei das Prinzip „first come, first served“ gilt.

Darüber hinaus kündigten Kanada und Deutschland im Februar eine intensivere Zusammenarbeit entlang der Lieferketten für Batterien und Elektrofahrzeuge an.


China passt seine Politik an

Der chinesische Markt, lange Zeit der größte Wachstumstreiber der Elektromobilität, verzeichnet aktuell ebenfalls einen Rückgang.

Im Februar 2026 lagen die Verkäufe von Elektroautos 32 % unter dem Wert des Vorjahresmonats. Ein wichtiger Grund ist eine Änderung der staatlichen Rahmenbedingungen.

China hat erstmals seit 2014 wieder eine Kaufsteuer für Elektroautos eingeführt. Gleichzeitig wurde das nationale Trade-in-Programm überarbeitet. Zusätzlich beeinflusste der Zeitpunkt des chinesischen Neujahrsfests die Verkaufszahlen im Februar.

Trotz der schwächeren Nachfrage im Inland wächst ein anderer Bereich stark: der Export von Elektrofahrzeugen.

In den ersten beiden Monaten des Jahres verschifften chinesische Hersteller mehr als 500.000 Fahrzeuge ins Ausland. Damit hat sich das Exportvolumen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr als verdoppelt.

Viele Unternehmen aus China haben für 2026 ambitionierte Exportziele angekündigt und versuchen, ihre internationale Präsenz auszubauen.


Schnelles Wachstum in anderen Regionen

Außerhalb der großen Automärkte entwickeln sich die Verkäufe teilweise besonders dynamisch. Weltweit stiegen die EV-Verkäufe außerhalb der Hauptmärkte im Februar um 78 % gegenüber dem Vorjahr.

Ein besonders auffälliges Beispiel ist Südkorea. Dort haben sich die monatlichen Verkaufszahlen im Februar mehr als verdreifacht und erreichten über 37.000 Fahrzeuge. Zum ersten Mal überschritt der Markt damit die Marke von 30.000 Einheiten in einem Monat.

Elektroautos erreichten zudem einen neuen Anteil am Gesamtmarkt: 30 % aller verkauften Fahrzeuge in Südkorea waren im Februar elektrisch.

Dieser Anstieg folgte auf die Einführung eines neuen EV-Förderprogramms für 2026, das speziell kleinere und günstigere Elektroautos unterstützt.

Analysten weisen darauf hin, dass der südkoreanische Markt traditionell stark auf Änderungen bei Förderprogrammen reagiert. Viele Käufer, die im vergangenen Jahr keine Zuschüsse erhalten konnten, nutzen nun die neuen Möglichkeiten.

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Ein zunehmend fragmentierter EV-Markt

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der weltweite Übergang zur Elektromobilität weiterhin fortsetzt, jedoch immer stärker von regionalen politischen Entscheidungen beeinflusst wird.

In Europa treiben Förderprogramme und politische Unterstützung die Nachfrage an. Nordamerika erlebt dagegen derzeit eine Phase geringerer Dynamik, während China seine Förderpolitik neu ausrichtet.

Gleichzeitig expandieren chinesische Hersteller zunehmend auf internationale Märkte, und Länder außerhalb der traditionellen Autoregionen gewinnen an Bedeutung.

Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass der globale EV-Markt zwar weiterhin wächst, sich seine Dynamik jedoch zunehmend zwischen verschiedenen Regionen unterscheidet.

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