Sie möchten die Ladezeit Ihres E-Autos berechnen und wissen, ob dafür eine Haushaltssteckdose, ein CEE-Anschluss oder eine Wallbox mit 11 beziehungsweise 22 kW ausreicht? Entscheidend sind die nachzuladende Energiemenge, die tatsächlich verfügbare Ladeleistung und die maximale AC-Ladeleistung des Fahrzeugs.

Kurzantwort: Ein 60-kWh-Akku benötigt für eine Ladung von 20 auf 80 Prozent theoretisch rund 15 Stunden 40 Minuten bei 2,3 kW, 9 Stunden 45 Minuten bei 3,7 kW, 3 Stunden 16 Minuten bei 11 kW und 1 Stunde 38 Minuten bei 22 kW. In der Praxis verlängern Ladeverluste, Temperatur und Leistungsbegrenzungen diese Zeiten.

Mit der folgenden Formel und den Tabellen können Sie die Ladezeit für Ihr eigenes Elektroauto überschlägig ermitteln. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und keine minutengenaue Vorhersage.

Die wichtigste Formel zur Berechnung der Ladezeit

Die theoretische Ladezeit ergibt sich aus einer einfachen Formel:

Ladezeit in Stunden = nachzuladende Energie in kWh ÷ tatsächliche Ladeleistung in kW

Entscheidend ist nicht immer die gesamte Akkukapazität. Wer den Akku nur von 20 auf 80 Prozent lädt, füllt lediglich 60 Prozent der nutzbaren Kapazität nach.

Schnell rechnen: Multiplizieren Sie die nutzbare Akkukapazität mit der gewünschten Ladedifferenz und teilen Sie das Ergebnis durch die tatsächliche Ladeleistung. Für eine Ladung von 20 auf 80 Prozent verwenden Sie den Faktor 0,60.

Beispiel: 60-kWh-Akku von 20 auf 80 Prozent laden

Ein Elektroauto besitzt eine nutzbare Akkukapazität von 60 kWh. Zwischen 20 und 80 Prozent müssen 36 kWh nachgeladen werden:

60 kWh × 0,60 = 36 kWh

An einer 11-kW-Wallbox ergibt sich theoretisch:

36 kWh ÷ 11 kW = rund 3 Stunden und 16 Minuten

In der Praxis dauert der Vorgang etwas länger. Ein Teil der Energie wird für Ladeelektronik, Kühlung oder Erwärmung der Batterie benötigt. Für eine alltagstaugliche Planung kann deshalb ein zusätzlicher Zeitpuffer von ungefähr 10 bis 15 Prozent sinnvoll sein. Der tatsächliche Mehrbedarf hängt vom Fahrzeug, von der Temperatur und von der Ladeleistung ab.

Wer einen passenden dreiphasigen CEE-16-A-Anschluss besitzt, kann diese Ladeleistung beispielsweise mit einem mobilen 11-kW-EV-Ladegerät mit CEE-16-A-Stecker und Typ-2-Anschluss nutzen. Die mobile Lösung eignet sich für Garage, Werkstatt, Arbeitsplatz und Reisen, sofern am jeweiligen Standort eine kompatible CEE-16-A-Steckdose vorhanden ist. Vorher sollten die maximale AC-Ladeleistung des Fahrzeugs und die elektrische Installation geprüft werden.

Ladezeiten von 2,3 bis 22 kW im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die Dauer, um bei einem 60-kWh-Akku von 20 auf 80 Prozent zu laden. Nachzuladen sind in diesem Beispiel 36 kWh. Die letzte Spalte enthält zusätzlich eine praxisnahe Orientierung mit 10 bis 15 Prozent Zeitpuffer.

Ladeleistung Typischer Anschluss Theoretische Ladezeit für 36 kWh Orientierung mit Zeitpuffer
2,3 kW Schuko bei begrenztem Ladestrom ca. 15 Stunden 40 Minuten ca. 17 bis 18 Stunden
3,7 kW CEE blau, 16 A, einphasig ca. 9 Stunden 45 Minuten ca. 10 Stunden 45 Minuten bis 11 Stunden 15 Minuten
7,4 kW Einphasig, 32 A ca. 4 Stunden 50 Minuten ca. 5 Stunden 20 Minuten bis 5 Stunden 35 Minuten
11 kW CEE rot 16 A oder dreiphasige Wallbox ca. 3 Stunden 16 Minuten ca. 3 Stunden 35 Minuten bis 3 Stunden 45 Minuten
22 kW CEE rot 32 A oder 22-kW-Wallbox ca. 1 Stunde 38 Minuten ca. 1 Stunde 48 Minuten bis 1 Stunde 53 Minuten

Diese Werte gelten nur, wenn Fahrzeug, Anschluss, Ladegerät und Kabel die jeweilige Leistung vollständig unterstützen. Die tatsächliche Ladeleistung wird immer durch die schwächste Komponente begrenzt.

Vergleich der E-Auto-Ladezeiten bei 2,3, 3,7, 7,4, 11 und 22 kW für 36 kWh

Beispiel: 60-kWh-Akku, Ladung von 20 auf 80 Prozent, theoretische Werte ohne Ladeverluste.

Warum die tatsächliche Ladezeit länger sein kann

Das Bordladegerät setzt die Grenze

Beim AC-Laden fließt Wechselstrom aus dem Stromnetz zum Fahrzeug. Die Batterie kann jedoch nur Gleichstrom speichern. Die Umwandlung übernimmt das im Fahrzeug eingebaute Bordladegerät, auch On-Board Charger genannt.

Kann dieses Bordladegerät höchstens 11 kW verarbeiten, lädt das Auto auch an einer 22-kW-Wallbox nur mit maximal 11 kW. Eine leistungsstärkere Wallbox allein halbiert die Ladezeit also nicht.

Ein- oder dreiphasiges Laden

Ein Fahrzeug kann je nach Konstruktion ein-, zwei- oder dreiphasig laden. Ein dreiphasiger 11-kW-Anschluss stellt die Leistung auf drei Phasen mit jeweils 16 Ampere bereit. Nutzt das Fahrzeug davon nur eine Phase, fällt die tatsächlich aufgenommene Leistung wesentlich niedriger aus.

Der Akkustand

Beim AC-Laden bleibt die Leistung über weite Teile des Ladevorgangs häufig relativ stabil. Kurz vor einem sehr hohen Ladezustand kann das Fahrzeug sie dennoch reduzieren. Beim DC-Schnellladen ist dieser Effekt deutlich stärker: Dort bestimmt die Ladekurve, wie lange eine hohe Spitzenleistung gehalten wird.

Die Batterietemperatur

Eine sehr kalte oder heiße Batterie kann nicht immer mit voller Leistung geladen werden. Das Batteriemanagement schützt die Zellen und reduziert bei Bedarf den Ladestrom. Ein Teil der aufgenommenen Energie kann außerdem zur Temperierung des Akkus verwendet werden.

Ladeverluste

Die aus dem Stromnetz bezogene Energie kommt nicht vollständig im Akku an. Verluste entstehen unter anderem in der Leitung, der Leistungselektronik und bei der Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom.

Messungen des ADAC zeigen, dass die Verluste je nach Fahrzeug und Ladeleistung erheblich variieren können. Sehr langsames Laden ist nicht automatisch besonders effizient, weil Fahrzeugsteuerung und Ladeelektronik über einen längeren Zeitraum aktiv bleiben.

Reduzierter Ladestrom

Viele mobile Ladegeräte und Wallboxen ermöglichen eine Anpassung der Stromstärke. Das ist hilfreich, wenn am Standort nicht die volle Leistung zur Verfügung steht. Eine Einstellung auf weniger Ampere verlängert jedoch entsprechend die Ladezeit.

Wie lange dauert eine Vollladung mit 11 kW?

Für eine überschlägige Berechnung kann die nutzbare Akkukapazität durch 11 geteilt werden. Die realistische Orientierung in der Tabelle berücksichtigt einen zusätzlichen Zeitpuffer:

Nutzbare Akkukapazität Theoretische Ladezeit bei 11 kW Realistische Orientierung
40 kWh ca. 3 Stunden 38 Minuten etwa 4 Stunden
60 kWh ca. 5 Stunden 27 Minuten etwa 6 Stunden
80 kWh ca. 7 Stunden 16 Minuten etwa 8 Stunden
100 kWh ca. 9 Stunden 5 Minuten etwa 10 Stunden

Im Alltag ist der Akku beim Anschließen selten vollständig leer. Wer beispielsweise nur die während eines Arbeitstages verbrauchte Energie nachlädt, benötigt oft deutlich weniger Zeit als in der Tabelle angegeben.

Schuko: Langsam und eher als Reserve geeignet

Eine Haushaltssteckdose wirkt zunächst wie die einfachste Lademöglichkeit. Für stundenlange hohe Dauerlast wurde eine gewöhnliche Schuko-Steckdose jedoch nicht in erster Linie entwickelt. Zustand, Leitungsweg, Kontaktqualität und Absicherung spielen eine große Rolle.

Die Bundesnetzagentur rät aus Gründen der elektrischen Sicherheit davon ab, ein Elektroauto regulär über eine normale Haushaltssteckdose zu laden. Wenn Schuko als gelegentliche Reserve genutzt wird, sollten Installation und Steckdose geprüft und ein dafür vorgesehenes mobiles Schuko-Ladegerät mit Typ-2-Anschluss verwendet werden.

Einen ausführlichen Vergleich der Anschlussarten finden Sie in unserem Ratgeber Schuko oder CEE: Welcher EV-Lader passt besser?.

CEE blau: Interessant für Camping und Reisen

Eine blaue CEE-Steckdose mit 230 Volt und 16 Ampere kann theoretisch ungefähr 3,7 kW bereitstellen. Sie ist robuster als eine typische Haushaltssteckdose und auf Campingplätzen weit verbreitet.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Elektroautos auf jedem Campingplatz mit 3,7 kW geladen werden dürfen. Absicherung und Abrechnung können abweichen. Vor dem Anschließen muss deshalb die Zustimmung des Platzbetreibers eingeholt werden.

CEE rot und 11 kW: Praktisch für eine Nachtladung

EVDANCE 11-kW-Mobile-Wallbox mit CEE-16-A-Stecker und Typ-2-Anschluss

Eine mobile 11-kW-Wallbox verbindet eine geeignete rote CEE-16-A-Steckdose mit dem Typ-2-Anschluss des Fahrzeugs.

Eine rote CEE-16-A-Steckdose stellt bei dreiphasigem Anschluss theoretisch rund 11 kW zur Verfügung. Damit lässt sich selbst ein größerer Akku während einer längeren Standzeit komfortabel nachladen.

Eine mobile Wallbox mit 11 kW kann diese Stromquelle zu Hause, in der Garage, in der Werkstatt oder an einem geeigneten Reiseziel nutzen. Voraussetzung ist immer, dass Steckdose, Leitung und Schutztechnik fachgerecht ausgelegt sind.

Wer die Ladeeinheit dagegen dauerhaft und aufgeräumt an der Wand in Garage, Einfahrt oder am Arbeitsplatz nutzen möchte, kann eine 11-kW-Wallbox mit WLAN, Bluetooth und RFID wählen. Sie wird ebenfalls über einen kompatiblen fünfpoligen CEE-16-A-Anschluss versorgt und bietet zusätzlich App-Steuerung und RFID-Zugang.

Wann lohnt sich eine 22-kW-Wallbox?

Rein rechnerisch lädt eine 22-kW-Wallbox doppelt so schnell wie eine 11-kW-Wallbox. Dieser Vorteil entsteht aber nur, wenn das Fahrzeug 22 kW AC aufnehmen kann und der Netzanschluss die Leistung bereitstellt.

Viele aktuelle Elektroautos sind serienmäßig auf 11 kW AC begrenzt. Bei ihnen bringt eine 22-kW-Wallbox keine kürzere Ladezeit. Außerdem gelten für leistungsstärkere Ladeeinrichtungen zusätzliche Anforderungen des Netzbetreibers.

Für Fahrzeuge mit einem 11-kW-Bordladegerät und regelmäßigen Standzeiten über Nacht ist eine 11-kW-Lösung deshalb häufig ausreichend.

Wird eine öffentliche oder fest installierte 22-kW-Ladestation mit Typ-2-Buchse genutzt, muss auch das Ladekabel dreiphasiges Laden mit 32 A unterstützen. Dafür eignet sich ein 22-kW-Typ-2-Ladekabel; die tatsächliche Ladeleistung bestimmt weiterhin das Bordladegerät des Fahrzeugs.

Wie viele Kilometer Reichweite kommen pro Stunde hinzu?

Auch die nachgeladene Reichweite lässt sich überschlägig berechnen:

Nachgeladene Reichweite = geladene Energie ÷ Fahrzeugverbrauch × 100

Verbraucht ein Elektroauto beispielsweise 18 kWh auf 100 Kilometer, ergeben sich bei 11 kW theoretisch:

11 kWh ÷ 18 kWh × 100 = rund 61 Kilometer pro Ladestunde

Unter Berücksichtigung von Ladeverlusten liegt der tatsächliche Wert etwas niedriger. Im Winter, bei Autobahntempo oder bei einem großen SUV kann der Verbrauch außerdem deutlich steigen.

Ein realistischer Ladeplan für den Alltag

Für die meisten Fahrer ist nicht die schnellstmögliche Vollladung entscheidend. Wichtiger ist, dass morgens genügend Energie für den nächsten Tag vorhanden ist.

Wer täglich 50 Kilometer fährt und dafür etwa 10 kWh verbraucht, benötigt an einer 11-kW-Wallbox theoretisch weniger als eine Stunde, um diese Energie wieder nachzuladen. Selbst mit Ladeverlusten bleibt ausreichend Reserve innerhalb einer gewöhnlichen Nacht.

Das EVDANCE 11-kW-EV-Ladegerät für CEE 16 A und Typ 2 kann dafür an einer geeigneten CEE-16-A-Steckdose eingesetzt werden. Einstellbarer Ladestrom, Ladeverzögerung, Temperaturüberwachung und eine 6-mA-Gleichstrom-Fehlerstromerkennung unterstützen die Anpassung an unterschiedliche Ladesituationen.

Die Schutzfunktionen des Ladegeräts ersetzen nicht die fachgerechte Prüfung und Absicherung der elektrischen Anlage.

Fazit: Ladeleistung passend zum Fahrzeug wählen

Die Ladezeit eines Elektroautos hängt nicht allein von der Zahl auf der Wallbox ab. Stromanschluss, Bordladegerät, Phasenzahl, Batterietemperatur und Ladeverluste bestimmen gemeinsam, wie schnell Energie tatsächlich im Akku ankommt.

Schuko eignet sich eher als langsame Reserve. Eine blaue CEE-Steckdose kann für bestimmte Reisesituationen hilfreich sein. Für regelmäßiges AC-Laden bietet eine dreiphasige 11-kW-Lösung häufig einen guten Mittelweg aus Ladegeschwindigkeit, Alltagstauglichkeit und technischen Anforderungen.

Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick in die Fahrzeugdaten. Wer die maximale AC-Ladeleistung und den eigenen täglichen Energiebedarf kennt, kann die notwendige Ladezeit realistisch planen und vermeidet es, für Leistung zu bezahlen, die das Auto gar nicht nutzen kann.

Häufige Fragen zur E-Auto-Ladezeit

Wie lange lädt ein 60-kWh-Akku mit 11 kW?

Von null auf hundert Prozent beträgt die theoretische Ladezeit rund 5 Stunden und 27 Minuten. Mit Ladeverlusten sollte eher mit ungefähr sechs Stunden gerechnet werden. Beim üblichen Laden von 20 auf 80 Prozent dauert es theoretisch rund 3 Stunden und 16 Minuten.

Warum lädt mein Auto an einer 11-kW-Wallbox nur mit 7,4 kW?

Mögliche Ursachen sind ein ein- oder zweiphasiges Bordladegerät, eine fahrzeugseitige Begrenzung, eine reduzierte Stromstärke, Lastmanagement oder eine Begrenzung durch den Anschluss. Entscheidend ist die niedrigste unterstützte Leistung innerhalb der gesamten Ladekette.

Ist 22 kW immer doppelt so schnell wie 11 kW?

Nein. Das gilt nur, wenn das Elektroauto 22 kW AC aufnehmen kann und Anschluss, Wallbox sowie Kabel diese Leistung unterstützen. Bei einem auf 11 kW begrenzten Bordladegerät bleibt die Ladeleistung auch an einer 22-kW-Wallbox bei höchstens 11 kW.

Wie berechne ich die Ladezeit von 20 auf 80 Prozent?

Multiplizieren Sie die nutzbare Akkukapazität mit 0,60. Das Ergebnis teilen Sie durch die tatsächliche Ladeleistung. Für eine realistische Planung sollte anschließend ein Zeitpuffer für Ladeverluste berücksichtigt werden.

Lädt ein Elektroauto im Winter langsamer?

Ja, das ist möglich. Bei niedrigen Temperaturen kann das Batteriemanagement die Leistung begrenzen oder zunächst Energie zur Erwärmung des Akkus verwenden. Dadurch kann die Ladedauer steigen.

Welche Ladeleistung ist für zu Hause sinnvoll?

Für viele Elektroautos und typische Standzeiten über Nacht sind 11 kW ausreichend. Ob 3,7, 7,4, 11 oder 22 kW sinnvoll sind, hängt vom Bordladegerät des Fahrzeugs, vom täglichen Energiebedarf und von der elektrischen Installation ab.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Die angegebenen Ladezeiten sind Orientierungswerte. Fahrzeug, Akkutemperatur, Ladezustand, Installation und Ladeverluste können die tatsächliche Dauer beeinflussen. Elektrische Anschlüsse sollten durch eine qualifizierte Elektrofachkraft geprüft werden. Stand: September 2026.

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