Technisches Update mit klarem Ziel
Rund fünf Jahre nach Markteinführung erhält die elektrische Luxuslimousine von Mercedes eine umfassende technische Überarbeitung. Der Schritt kommt nicht überraschend: Die bisherigen Verkaufszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland lediglich 1.307 Fahrzeuge neu zugelassen – ein Wert, der für ein Modell dieser Positionierung als zu niedrig gilt.
Mit dem aktuellen Update verfolgt der Hersteller daher zwei Ziele: die technische Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu steigern und gleichzeitig die Attraktivität für neue Kundengruppen zu erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei Effizienz, Ladeleistung und Preisstruktur.

800-Volt-Technologie und deutlich höhere Ladeleistung
Eine der zentralen Neuerungen ist der Wechsel auf eine 800-Volt-Architektur, die künftig deutlich schnellere Ladevorgänge ermöglichen soll. Die maximale Ladeleistung steigt auf bis zu 350 kW, was insbesondere auf Langstrecken Vorteile bringt.
Unter optimalen Bedingungen lassen sich in etwa zehn Minuten bis zu 320 Kilometer Reichweite nachladen. Damit positioniert sich das Modell klar im oberen Bereich dessen, was aktuell bei Serienfahrzeugen technisch möglich ist.
Auch die Batterie wurde überarbeitet: Die Kapazität wächst auf bis zu 122 kWh, wodurch sich die Reichweite weiter erhöht. Beim Modell EQS 450+ steigt die offizielle WLTP-Reichweite von zuvor 821 Kilometern auf bis zu 926 Kilometer – ein Wert, der im Segment weiterhin eine Spitzenposition einnimmt.
Neue Antriebstechnik und Einstiegsversion
Neben der Lade- und Batterietechnologie wurde auch die Antriebseinheit weiterentwickelt. Erstmals kommt im Serienmodell ein Zweigang-Getriebe an der Hinterachse zum Einsatz. Diese Lösung soll sowohl Effizienz bei hohen Geschwindigkeiten als auch Beschleunigung aus dem Stand verbessern.
Parallel dazu erweitert Mercedes das Angebot um eine neue Basisvariante. Der EQS 400 bildet künftig den Einstieg in die Baureihe und bietet eine Leistung von 270 kW in Kombination mit einem 112-kWh-Akku.
Der Einstiegspreis liegt bei 94.403 Euro und damit rund 15.000 Euro unter bisherigen Versionen. Besonders relevant ist diese Preisgestaltung für Geschäftskunden, da das Modell knapp unter der wichtigen Grenze von 100.000 Euro bleibt, die bei Dienstwagenregelungen eine Rolle spielt.
Bewertung im Marktvergleich
In unabhängigen Analysen zeigt sich, dass das überarbeitete Modell auch im Wettbewerbsumfeld überzeugen kann. Im electricar E-Auto-Index erreicht der EQS 400 einen Wert von 90,1 Prozent und wird mit der Bewertung „Hervorragend“ eingestuft.
Damit gehört das Fahrzeug zu den Top 10 der Oberklasse. Besonders positiv fallen die Kategorien Energieeffizienz, Reichweite und Ladegeschwindigkeit ins Gewicht. Diese Faktoren sind entscheidend für die Alltagstauglichkeit eines Elektrofahrzeugs in diesem Segment.
Kritisch wird hingegen die Motorleistung bewertet, die im direkten Vergleich mit einigen Wettbewerbern etwas niedriger ausfällt. Für viele Käufer dürfte dies jedoch eine untergeordnete Rolle spielen, da Komfort und Effizienz in dieser Klasse häufig stärker gewichtet werden.
Dezente Designanpassungen
Optisch bleibt das Fahrzeug seiner bisherigen Linie weitgehend treu. Die charakteristische Silhouette mit ihrer fließenden Dachform bleibt erhalten. Dennoch gibt es einige gezielte Anpassungen, die das Erscheinungsbild modernisieren sollen.
Dazu zählen eine überarbeitete Frontpartie, ein beleuchtetes Markenemblem sowie neue Konturen auf der Motorhaube. Diese Änderungen fallen bewusst zurückhaltend aus und setzen eher auf Detailarbeit als auf einen radikalen Neuanfang.
Die Strategie dahinter ist klar: Die technische Weiterentwicklung steht im Vordergrund, während das Design nur behutsam angepasst wird.

Zwischen Fortschritt und Herausforderung
Mit dem aktuellen Update zeigt Mercedes, dass es bereit ist, auf Marktanforderungen zu reagieren und bestehende Schwächen gezielt anzugehen. Die Kombination aus höherer Reichweite, schnellerem Laden und einer neuen Einstiegsversion stärkt die Position des Modells deutlich.
Gleichzeitig bleibt die Frage offen, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Wahrnehmung im Markt nachhaltig zu verändern. Gerade im Premiumsegment spielen neben technischen Daten auch Image und Markenwahrnehmung eine entscheidende Rolle.
Die kommenden Verkaufszahlen werden zeigen, ob die Überarbeitung den gewünschten Effekt erzielt und das Modell wieder stärker in den Fokus rückt.
Weitere Lektüre: Mercedes CLA Shooting Brake elektrisch: Reichweite, Preis und Details






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